In der sich schnell entwickelnden Welt der virtuellen Expertensysteme entstehen neue Möglichkeiten zur Datenanalyse und Entscheidungsfindung. Gleichzeitig wirft die Integration dieser fortschrittlichen Technologien in alltägliche Geschäftsprozesse wichtige Fragen im Hinblick auf den Datenschutz auf. Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union setzt dabei klare Grenzen und Normen. Dieser Artikel beleuchtet, wie virtuelle Expertensysteme effektiv und im Einklang mit der DSGVO eingesetzt werden können, und erörtert verschiedene Ansätze zur Lösung der Datenschutzherausforderungen in diesem Bereich.

The elephant in the room

Bei allem Nutzen, den ein Virtuelles Expertensystem (VES) bietet, ist die Frage der Compliance zuerst zu beantworten: Setze ich die für den Anwendungsfall notwendigen Daten rechtskonform ein?

Unser virtuelles Expertensystem verfügt über die Möglichkeit, verschiedene Backends einzusetzen und damit auch verschiedene Anforderungen an den Datenschutz gerecht zu werden.

Unkritische Daten

Im einfachsten Fall geht es vielleicht um unkritische, öffentlich verfügbare Informationen, wie sie zum Beispiel im Customer Service Anwendung finden. Diese Daten sind im Allgemeinen nicht schutzwürdig, und damit gibt es auch kein Problem, diese an Server zu schicken, die außerhalb der EU stehen.

Personenbezogene Daten

Das andere Extrem sind Anwendungsfälle, die auch personenbezogene Daten benötigen – zum Beispiel ein Expertensystem für HR. In diesem Fall sollte die Entscheidung für ein Backend fallen, das man selbst kontrollieren kann und das man gegebenenfalls auch in einer eigenen Cloud DSGVO-konform betreiben kann.

Erklärung der DSGVO

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist ein umfassendes Regelwerk zum Datenschutz innerhalb der Europäischen Union. Sie zielt darauf ab, die persönlichen Daten von Einzelpersonen zu schützen und gibt Richtlinien vor, wie diese Daten gesammelt, verarbeitet und gespeichert werden müssen. Für Unternehmen, die mit personenbezogenen Daten arbeiten, ist es daher entscheidend, die DSGVO-Vorschriften einzuhalten.

Optionen für die Backend-Integration

OpenAI API

  • Stärken: Im Moment das stärkste System mit einer breiten Entwickler-Community und viel Erfahrung.
  • Datenschutzproblematik: Potenziell problematisch hinsichtlich DSGVO.

Azure API für OpenAI

  • DSGVO-Konformität: Weniger problematisch hinsichtlich DSGVO, da im Rahmen von Azure (vergleichbar mit Office 365, Teams, etc.).
  • Leistung: Gleiche Stärke wie „OpenAI pur“.

Aleph Alpha

  • Verfügbarkeit: Noch nicht uneingeschränkt verfügbar.
  • DSGVO-Konformität: Angestrebt.
  • Leistung: Gute Leistung erwartet, aber noch nicht abschließend bewiesen.

OpenSource

  • Leistungsstand: Noch nicht auf dem Niveau von GPT-4 von OpenAI.
  • Leistungsentwicklung: Die Leistungsfähigkeit der Open-Source-Modelle steigt rapide.
  • Betriebsoptionen: Möglichkeit des Betriebs im eigenen Rechenzentrum oder in einer europäischen Cloud.
  • DSGVO-Konformität: Damit volle DSGVO-Compliance möglich.

Fazit

Die Auswahl des richtigen Backends für ein Virtuelles Expertensystem ist entscheidend, um sowohl technologische Effizienz als auch DSGVO-Konformität zu gewährleisten. Während einige Systeme wie die OpenAI API starke Leistungen bieten, müssen Datenschutzaspekte sorgfältig abgewogen werden. Alternativen wie Azure API oder Open-Source-Lösungen bieten unterschiedliche Vor- und Nachteile, aber auch mehr Kontrolle und Anpassungsmöglichkeiten in Bezug auf die DSGVO.

Zukunftsausblick

Die Landschaft der virtuellen Expertensysteme wird sich weiterentwickeln, insbesondere in Bezug auf Datenschutz und Compliance. Unternehmen müssen agil bleiben und sich an neue Vorschriften und technologische Entwicklungen anpassen, um sowohl innovativ als auch rechtskonform zu handeln.

 

Dennis
Post by Dennis
Januar 13, 2024